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Wie Chlorung krank macht

Die Desinfektion von Trinkwasser mit Chlorverbindungen stellt ein bewährtes Verfahren zur Beseitigung bakterieller Verunreinigungen dar. Nach der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren [1] ist eine Zugabe von 0,4 Milligramm pro Liter Chlordioxid im Rahmen einer kurzzeitigen Chlorung von Trinkwasser zulässig. Ein Höchstwert für Chlorit von 0,2 mg/L ClO2 nach Abschluss der Aufbereitung muss aber eingehalten werden.

Oberstes Gebot der Trinkwasserverordnung ist das Minimierungsprinzip, d. h. dem Wasser ist grundsätzlich nichts zuzumischen. Nur falls im Kontaminationsfall eine absolute Notwendigkeit des Einsatzes eines chemischen Zusatzstoffs erfordert, darf das nötige Minimum kurzfristig zugegeben werden. Die Trinkwasserverordnung verbietet auch unter Einhaltung der obigen Grenzwerte für maximale Desinfektionsmittel-Konzentrationen eine permanente dauerhafte Anwendung. Die Grenzwerte stellen damit die unter hygienischen und toxikologischen Aspekten definierten temporären Maximalwerte dar.

Chlordioxid findet als Desinfektionsmittel des Sprendlinger Trinkwassers Verwendung. Die Amerikanische Gesellschaft für Analytische Chemie [2]bezeichnet Chlordioxid als eines der wirksamsten Desinfektionsmittel auf Oxidationsbasis. Zitat: "Chlordioxid ist der wirksamste Bakterienkiller, den die Menschheit kennt."

Chlordioxid wird aus Natriumchlorit – NaClO2 – und Salzsäure – HCl – oder auch in Verbindung mit Zitronensäure hergestellt. Die wässrige Natriumchlorit-Lösung reagiert in Verbindung mit der Säure zu Chlordioxid. Die Reaktion der Ausgangsstoffe zu Chlordioxid verläuft dabei nie zu 100 Prozent ab. Die theoretische Ausbeute an Chlordioxd ist maximal 80 Prozent real jedoch nur 68 Prozent [3]. Chlordioxid selbst ist nicht stabil. Es wird in Trinkwasser innerhalb von 2 – 4 Stunden zu Chlorat, Chlorit und freiem Chlor umgesetzt [4]. Als Folge dessen wird das Sprendlinger Trinkwasser nicht nur mit Chlordioxid sondern auch mit den Ausgangsstoffen Natriumchlorit und Säure sowie mit den Nebenprodukten Chlorat, Chlorit und freiem Chlor belastet.

Chlordioxid und seine Nebenprodukte werden im menschlichhen Körper resorbiert [4]. Eine Gesundheitsgefärdung durch Chlorat mittels Veränderung des roten Blutfarbstoffes – Hämoglobin – über die Bildung von Methämoglobin mit dadurch bedingten eingeschränkten Sauerstofftransport im Blut ist für Patienten mit Bluterkrankungen (GGPDH – Mangel) nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [5] warnt vor Natriumchlorit. Natriumchlorit könne zu erheblichen Gesundheitsgefahren führen. Neben Fällen von Übelkeit, Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, Luftnot, Schädigung der Abwehrzellen und Veränderungen im Allgemeinzustand wurden schwerwiegende Symptome bekannt. Neben unerträglichen Kopfschmerzen, Blutdruckstörungen und erheblichen Flüssigkeitsverlusten sei es zu schweren gastrointestinalen Defekten gekommen und zu der Ausscheidung von schwarzem Urin. Weiter sind 20 Fälle bekannt, die teilweise mit schweren Lungenproblemen einhergingen [6]. Reizungen bis Verätzungen auf der Haut und den Schleimhäuten können hergerufen werden. „Das sei vergleichbar, wie wenn man ein Reinigungsmittel für den Sanitärbereich oral zu sich nehmen würden“ [6].

[1] § 11 der Trinkwasserverordnung (UBA-Liste)

[2] Amerikanische Gesellschaft für Analytische Chemie, 1999

[3] Dr. Fritz Küke, Die Erzeugung von Chlordioxid für den menschlichen Gebrauch, Fachbeitrag in „Vom Wasser“, Wiley-VCH-Verlag, 2005

[4] Chlorine dioxide; CASRN 10049-04-4, Integrated Risk Information System, U.S. Environmental Protection Agency

[5] Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Pressemitteilung Nummer 08/14, Ausgabejahr 2014 vom 30.05.2014

[6] Giftnotrufzentrale Nord


 

Fortsetzung: Das Faß ist voll ...

Kontakt: trinkwasser(at)bl-sprendlingen.de


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